ZeynZeyn
Poetische Wortspielbilder - von Rötgers Rolf (1)
Üblicherweise sprechen an Gräbern nur die Lebenden. Sie sind es, die über die Toten reden, für sie Meinung ergreifen, mit ihnen Dialoge denken und Monologe führen. In diesem Buch ist es umgekehrt. Das Jenseits meldet sich zu Wort, schickt uns Nachrichten aus dem Untergrund, hält uns den Spiegel vor und
Üblicherweise sprechen an Gräbern nur die Lebenden. Sie sind es, die über die Toten reden, für sie Meinung ergreifen, mit ihnen Dialoge denken und Monologe führen. In diesem Buch ist es umgekehrt. Das Jenseits meldet sich zu Wort, schickt uns Nachrichten aus dem Untergrund, hält uns den Spiegel vor und lässt das Totenreich Gestalt annehmen. Die Grabsteine sind das Medium, von Verstorbenen benutzt, als seien sie Fernseher, Bildschirme oder Displays. In Stein gemeißelte Twitter-Meldungen, fast wie im „richtigen“ Leben mit all seinen Abgründen, Banalitäten und Erkenntnissen. Wenn es um den Tod geht, sind unsere Zugänglichkeiten sehr individuell, denn das Sterben ist facettenreich, die Schicksale und Betroffenheiten sind einzigartig. Der Autor weist deshalb darauf hin, dass Trauernde seine thematischen Annäherungen eventuell unangenehm empfinden könnten. Möglicherweise trifft aber auch genau das Gegenteil zu.

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