ZeynZeyn
Nach der Schlacht - von Le Minh Khue
Die vietnamesische Schriftstellerin Le Minh Khue beschreibt die Wirkung von Krieg und Machtmissbrauch im Alltag, im familiären Rahmen. Hier zeigt sie in zwei Erzählungen – "Stürmische Zeiten" und "Eine kleine ­Tragödie" –, wie Menschen ohnmächtig und vereinzelt vor den Konsequenzen vergangener Gewalttaten stehen. Das ist reflektierende, dunkle Literatur über Verbrechen
und Moral. In "Stürmische Zeiten" geht es um eine Familie, deren Mitglieder auf beiden Seiten des Krieges ­gekämpft haben, um Rache und Versöhnung und um die Aufklärung eines Massenmords. In "Eine kleine Tragödie" scheitert eine geplante Hochzeit, weil sich Verbrechen der Vergangenheit ins Bewusstsein drängen, unter denen die soziale Fassade einstürzt. Nach und nach enthüllt sich, wie dramatisch die Folgen von Krieg und Landreform ihre Schatten in die Gegenwart werfen. Le Minh Khues zwei Erzählungen sind elegant-realistische Sittenbilder über die Folgen von Krieg und Gewalt, unaufgeregt, lakonisch, mit kühlem Galgenhumor und durchaus noir.

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