seiner Brust, woraus sich, bedenkt man in diesem Zusammenhang Hegels regelmäßigen und gehörigen Weinkonsum, eine gewagte These ableiten ließe: Es gab Hegel, den Abenteurer des Geistes, und Hegel, den Bürger, der sich im späten Ruhm einhauste und dafür sorgte, dass sich sein Weinkeller nicht leerte.
Otto A. Böhmer erzählt vom Leben und Werk eines Philosophen, der den Zumutungen der Wirklichkeit die List der Vernunft und den Geist des Weines entgegensetzte, was zu Lebzeiten niemand störte, später aber, in zunehmend ernüchterten Zeiten, Enthüllungsjournalisten auf den Plan rief, die sich daran machten, Hegel (ebenso wie den verehrten Goethe) auf Normalmaß zurückzustutzen. Auch davon wird berichtet. „Hegel & Hegel“ ist kein Buch für Suchtbeauftragte, sondern erinnert an die altehrwürdige Kunst des metaphysischen Trinkens, die zwar bislang nicht ins Visier der Bedenkenträger geraten ist, sich aber anbietet, schon bald unter gesundheits-politischen Generalverdacht gestellt zu werden.
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