ZeynZeyn
Der Verlag - von Weinert Manfred
Deutschland in einer fiktiven Gegenwart: Die Dinge laufen so, wie sie laufen könnten, wenn man nicht ständig auf der Hut ist ... In einem angesehen Literatur-Verlag bahnt sich eine Wende der besonderen Art an: Der Marktdruck wächst und der neue Boss, Sohn des idealistischen Verlagsgründers, muß sich nach der Decke
Deutschland in einer fiktiven Gegenwart: Die Dinge laufen so, wie sie laufen könnten, wenn man nicht ständig auf der Hut ist ... In einem angesehen Literatur-Verlag bahnt sich eine Wende der besonderen Art an: Der Marktdruck wächst und der neue Boss, Sohn des idealistischen Verlagsgründers, muß sich nach der Decke strecken. Bei der Umwandlung des Inhaber-Verlages in eine Aktiengesellschaft geht er einem umtriebigen Lektor auf den Leim, der sein Doppelleben nutzt, um den Verlag an sich zu reißen und in ein Propaganda-Instrument für seine rechtsextreme Partei zu verwandeln. Juana, Lektorin und Ziehtochter des Verlagsgründers, gerät dabei zwischen die Fronten. Während sie versucht aus ihrer schüchtern-unterwürfigen Grundhaltung auszubrechen, wird sie von beiden Seiten zur Manipulation und Täuschung mißbraucht. Doch das Begreifen ihrer Rolle gehört zum Plan. Daß ihre heranwachsende Tochter ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, wird ihr leider viel zu spät klar ... Manfred Weinert inszeniert hier eine Version Deutschlands, die alles andere als 'unvorstellbar' ist. Die Art und die Auswirkung eines politischen Umbruchs — reduziert auf eine Stadt — aus der Sicht einer unpolitischen Literatin, die sich im Eiltempo politisch orientieren muß und dabei noch mit ihrer Beziehung zum Leben, zu ihrer Tochter und zu den Männern hadert, zeigt hier deutlich die Schwachpunkte einer Gesellschaft auf.

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