nicht nur seine Lebensziele, sondern auch seine Träume. Er schied früh aus dem Militärdienst aus, heiratete und verbrachte seitdem scheinbar glückliche Ehejahre in Kairos Nobelviertel Maadi. Gemeinsam mit seinen ehemaligen Mitstreitern aus Armee-Zeiten, besucht er täglich den exklusivsten Schwimmclub für reiche aber gelangweilte Rentner.
Einmal am Tag richtet sich dort die Aufmerksamkeit aller Badebesucher auf die jungen Männer, die das Becken bevölkern. Ihre athletischen Körper erzeugen Bewunderung.
Und dann passiert das Unmögliche. An einem Tag im August bemerkt Ni'mat eine nie zuvor dagewesene innere Regung: Die jungen Körper dominieren von nun an seine Gedanken. Ein innerer Kampf beginnt, der Ni'mats werden soll.
Der populäre französisch-marokkanische Schriftsteller Mohamed Leftah, der 2008 in Kairo verstarb, war ein revolutionärer, arabischer Autor und Journalist. Sein Roman – einerseits eine Liebesgeschichte zwischen Männern, andererseits eine leidenschaftliche Kritik an der arabischen Gesellschaft – darf bis heute in Marokko nicht erscheinen. Denn der Inhalt ist ein Plädoyer für das Recht auf Freiheit in der Meinungsäußerung wie in der Liebe. Es sind Rechte, die von den radikal-islamischen Kräften des patriarchalischen Systems manipuliert werden: Moralische Werte werden von oben festgelegt und jegliche Form von Individualität brutal unterdrückt.
Mohamed Leftah hat auf Französisch geschrieben und in Frankreich veröffentlicht. Dies ist die erste Übersetzung eines seiner Werke in die deutsche Sprache. Ein aktuelles Thema über Toleranz und gesellschaftliche Moral.
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