der familiären Zumutung durch Flucht aufs Klo zu entziehen, gerät sie unvermittelt ins Visier des lauernden Henning. In Marius von Mayenburgs Stück zwischen Alptraum und überzeichneter Wirklichkeit wird lächelnd mißbraucht, umarmend verwundet, und die schlecht verheilten Narben vererben sich weiter an die nächste Generation. Was ist pervers, was normal in einer verdrehten Welt? In HAARMANN hat Marius von Mayenburg auf der Grundlage des authentischen Falles des Massenmörders Fritz Haarmann ein sprachlich konzentriertes Stück geschrieben. In den hart gegeneinander montierten Kurzszenen wird neben der Hauptfigur ein soziales Umfeld lebendig, das in seiner durch geschäftige Verdrängung, Autoritätsdenken und Ignoranz geprägten "Normalität" die Bedingungen erhält für ein jahrelanges Menschenschlachten.
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