verläßt seine junge und lebenshungrige Frau, die ihm über den Kopf zu wachsen droht. Nun ist sie den Nachstellungen ihrer Freier und dem Gespött der neidischen Nachbarinnen ausgesetzt. Doch gegen alle Anfeindungen hält sie ihrem Mann die Treue, verteidigt einfallsreich und schlagfertig ihre Freiheit. Als der Schuster schließlich zurückkehrt, scheint sich alles zum Guten zu wenden. Mit außerordentlichem Gespür für große und kleine Gefühle hat Lorca um 1930, auf dem Höhepunkt seiner Theatertätigkeit, dieses spielerisch leichte, komödiantische wie tiefgründige Stück geschrieben und selbst auf die Bühne gebracht. Don Perlimplín gibt sich im Garten der Liebe zu Belisa hinEin funkelndes Kammerstück über die verschlungenen Wege der Liebe: Einen »erotischen Bilderbogen« schafft Lorca für Don Perlimplín. Der alte häßliche Mann lernt die junge schöne, aber seelenlosen Belisa kennen und entdeckt die Liebe. Was als übermütige Farce über einen Popanz in Allongeperücke beginnt, der sich vor der Liebe fürchtet, weil er hörte, daß eine Schustersfrau einst ihren Mann erwürgte, endet als lyrische Tragödie, in der sich der gehörnte Alte als der wahre Liebende entpuppt. Virtuos und spielerisch gelingt es Lorca, seine grotesken Figuren zu tragischer Größe zu erheben. So unsentimental und sprachlich witzig und präzise wurde auf dem Theater selten die Liebe inszeniert.
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