Bücher wie „Mach dieses Buch fertig“ von Keri Smith sind nichts weiter als Briefmarkensammlungen für gescheiterte Revolutionäre. Anstelle echter Kreativität und echtem Querdenken darf man seine Energien in eine (zugegeben grandiose) Marketingidee abführen. Und während der Verlag Geld scheffelt, gehen die Dinge ihren gewohnten Gang. Vorstandsdirektoren werden mit Steuergeldern gerettet, Hightechprodukte werden uns dank/trotz Kinderarbeit sündteuer nachgeworfen, die Einkommensschere zwischen Reich und Arm klafft weiter auseinander denn je… Das Satireprojekt HYDRA hat den Smithschen Aufruf zur Wohnzimmerkreativität auf die Schaufel genommen und daraus ein Aktivierungsbuch für Hipster, Bobos, Weltverbesserer und Gentrifizierer gemacht. Wer heute noch immer keinen revolutionären Funken in sich spürt, der hat spätestens nach der Lektüre dieses Buches den Zorn der Gerechten gefunden – oder zumindest einen ironischeren Umgang mit falscher Betroffenheit.
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