1961. Dass er in diesem Land an der nördlichen Peripherie Europas auf Dauer leben würde, war in jenen drei Jahren noch keineswegs ausgemacht. Aber die Leitlinien der künftigen Existenz werden sichtbar: Das Schreiben und das Übersetzen. Nicht als Erinnertes und Erfundenes mischende Erzählung, sondern als Bericht bezeichnet Hein seinen neuen Text. Als Emigrationsbericht könnte man ihn auch lesen, als Bericht eines sich fremden Fremdlings auf fremden Terrain. Geschrieben ist die Nördliche Landung in einer beeindruckenden Kunstprosa mit erstaunlichen syntaktischen Fügungen und immer wieder überraschenden und überzeugenden Wortfindungen. Der rhapsodische Stil mit genau erwogenen Rhythmen erweist seine Schönheit vor allem beim lauten Lesen. Um Migration und Identität geht es in der Nördlichen Landung. Das Berichtete fügt sich zum Porträt eines jungen Mannes, dem am Ende nichts anderes blieb, als ein Künstler, ein Dichter zu sein.
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